ABB ACS800 Standard Firmware
33 Fehlercodes dokumentiert
Strommessfehler
Es ist ein Fehler in einem Stromwandler innerhalb des Ausgangsstrommesskreises aufgetreten. Dies führt zu einer ungenauen oder fehlenden Stromrückmeldung für den Antrieb, was die Motorsteuerung, Schutzfunktionen und die Gesamtleistung des Antriebs stark beeinträchtigt.
Erdschluss / Stromunsymmetrie
Der Antrieb hat eine übermäßige Ausgangsstromunsymmetrie erkannt, typischerweise aufgrund eines Erdschlusses im Motor oder Motorkabel. Bei Systemen mit parallelen Umrichtermodulen (xx bezieht sich auf Modulnummer 1-12) kann dies auf eine Unsymmetrie zwischen den Einheiten oder einen internen Fehler hinweisen. Dieser Zustand birgt das Risiko eines elektrischen Schlags und einer Beschädigung der Ausrüstung.
DC OVERVOLT
Eine übermäßige DC-Spannung wurde im Zwischenkreis des Antriebs erkannt. Die Auslösegrenze für DC-Überspannung wird als 1.3 × 1.35 × U1max berechnet, was 728 VDC für 400 V units, 877 VDC für 500 V units und 1210 VDC für 690 V units entspricht. Dieser Fehler ist mit bit 2 von Fault Word 1 (3.05 FW 1) verbunden.
DC Bus Limit
Der Umrichter begrenzt das Drehmoment aufgrund einer Zwischenkreis-Gleichspannung, die entweder zu hoch oder zu niedrig ist. Dies ist eine Hinweismeldung (programmierbare Fehlerfunktion 30.23, Bit 1: DC_VOLT_LIM_IND), welche anzeigt, dass der Umrichter aktiv kompensiert, um interne Komponenten vor Über- oder Unterspannungszuständen zu schützen.
DC UNDERVOLT
Die Zwischenkreis-Gleichspannung ist unzureichend, was durch eine fehlende Versorgungsspannungsphase, eine durchgebrannte Eingangssicherung oder einen internen Fehler in der Gleichrichterbrücke verursacht werden kann. Die Auslösegrenze für DC-Unterspannung beträgt 0.6 × 1.35 × U1min, entsprechend 307 VDC für 400 V und 500 V Geräte und 425 VDC für 690 V Geräte. Dieser Fehler ist mit Bit 2 von Fault Word 2 (3.06 FW 2) verbunden.
Steuerplatinen-Übertemperatur
Die Temperatur der Steuerplatine hat 88°C überschritten. Dies deutet auf eine unzureichende Kühlung oder übermäßig hohe Umgebungstemperaturen im Antriebsgehäuse hin, was zu Fehlfunktionen der Steuerplatine, unregelmäßigem Verhalten oder dauerhaften Schäden führen kann.
Motor Übertemperatur
Die Motortemperatur ist übermäßig hoch oder erscheint hoch, aufgrund von Faktoren wie Überlast, unzureichender Motorleistung für die Anwendung, unzureichender Motorkühlung oder falscher drive start-up data. Dauerhafter Übertemperaturbetrieb birgt das Risiko einer Beschädigung der Motorwicklung und eines vorzeitigen Ausfalls.
Temperaturalarm Motor 1
Die gemessene Temperatur von Motor 1 hat den im Parameter 35.02 eingestellten Alarmgrenzwert überschritten. Dies deutet auf einen potenziellen Überhitzungszustand speziell für Motor 1 hin, der Aufmerksamkeit erfordert, um Schäden zu vermeiden.
Motor 2 Temperaturalarm
Die gemessene Temperatur von Motor 2 hat den Alarmgrenzwert überschritten, der durch Parameter 35.05 festgelegt wurde. Dies weist auf einen potenziellen Überhitzungszustand spezifisch für Motor 2 hin, der Beachtung erfordert, um Schäden zu vermeiden.
Bedienfeld Kommunikationsverlust
Das Bedienfeld, das als aktiver Steuerort für den Antrieb ausgewählt wurde, hat die Kommunikation eingestellt. Dies verhindert die lokale Steuerung, Überwachung und Parametereinstellung über das Panel, was potenziell die Bedienoberfläche stört.
I/O COMM ERR
Ein Kommunikationsfehler ist auf der Steuerplatine aufgetreten, speziell auf Kanal CH1. Dieses Problem wird oft durch elektromagnetische Interferenzen verursacht. Die Störung wird durch Bit 6 von Fault Word 2 (3.06 FW 2) angezeigt.
Verdrahtungsfehler Bremswiderstand
Es liegt eine fehlerhafte Verbindung des Bremswiderstands vor. Eine unsachgemäße Verdrahtung kann die korrekte Funktion des Bremswiderstands während Bremsvorgängen verhindern oder zu vorzeitigem Schaden führen.
Bremswiderstand Überhitzung
Der Bremswiderstand ist überlastet, was zu einer übermäßigen Temperatur führt. Dies kann auftreten, wenn der Bremszyklus zu anspruchsvoll ist, wenn die Versorgungs-Wechselspannung zum Antrieb zu hoch ist, oder wenn der Überlastschutz des Widerstands falsch konfiguriert ist, wodurch eine Beschädigung des Widerstands riskiert wird.
MOTORSTILLSTAND
Der Motor arbeitet in einem Stillstandsbereich, was auftritt, wenn die Last die Leistungsfähigkeit des Motors überschreitet oder die Motorleistung für die Anwendung unzureichend ist. Dieser Fehler ist mit Bit 14 von Fault Word 2 (3.06 FW 2) verknüpft und wird durch die Fehlerfunktionen 30.10 bis 30.12 gesteuert.
Encoder-Fehler
Es liegt ein communication fault zwischen dem pulse encoder und seinem interface module, oder zwischen dem interface module und dem drive selbst vor. Dies verhindert eine genaue speed and position feedback und kann potenziell zu control instability oder incorrect motor operation führen.
Encoder Phase A/B Vertauscht
Die Phasenbelegung des Impulsgebers ist falsch, insbesondere ist Phase A an den Anschluss für Phase B und umgekehrt angeschlossen. Dies führt zu einer falschen Geschwindigkeits- oder Positionsrückmeldung, was möglicherweise Probleme mit der Motor-Drehrichtung oder Steuerungsinstabilität verursachen kann.
Geberkabel Fehler
Ein Impulsgeber-Phasensignal fehlt, was auf ein mögliches Problem mit dem Geber, seiner Verkabelung oder dem Geber-Schnittstellenmodul hinweist. Dies führt zu ungenauer Geschwindigkeits- oder Positionsrückmeldung für den Antrieb und beeinträchtigt potenziell die Stabilität der Motorsteuerung.
Comm Module Fehler
Zyklische Kommunikation zwischen dem Umrichter und dem übergeordneten Steuerungssystem ist verloren gegangen. Dies deutet auf eine Unterbrechung der fieldbus-Kommunikationsverbindung hin, möglicherweise aufgrund falscher parameter settings, physischer Kabelprobleme oder eines Problems mit dem master device selbst. Ein Kommunikationsverlust kann den Umrichterbetrieb stoppen, wenn die übergeordnete Steuerung kritisch ist.
Analogeingang unter Minimum
Ein analoges Eingangssignal (z.B. 0-10V, 4-20mA) ist unter seine konfigurierte Mindestgrenze gefallen, die in Parametergruppe 13 auf 0.5V (1 mA) oder höher eingestellt sein muss. Je nach Parameter 30.01 (AI<MIN FUNCTION) kann der Antrieb auslösen, eine konstante Drehzahl (12.16) einstellen oder bei der letzten Betriebsdrehzahl einfrieren.
EXTERNER FEHLER
Ein Fehler wurde von einem externen Gerät ausgelöst, das mit dem Umrichter verbunden ist. Dieser Fehler wird typischerweise so konfiguriert, dass er über einen der programmierbaren Digitaleingänge des Umrichters aktiviert wird. Er ist Bit 8 von Fault Word 2 (3.06 FW 2) zugeordnet und über die Fault Function 30.03 programmierbar.
Hardware-Neukonfiguration erforderlich
Der Wechselrichtertyp (z.B. sr0025_3) wurde geändert, ein Prozess, der typischerweise im Werk oder während der anfänglichen Inbetriebnahme des Antriebs durchgeführt wird. Dieser Alarm signalisiert, dass die neue Hardwarekonfiguration durch Aus- und Einschalten der Stromversorgung des Control Boards validiert werden muss.
Ausschalten erforderlich
Der Wechselrichtertyp (z.B. sr0025_3) wurde geändert, ein Prozess, der typischerweise im Werk oder während der Antriebsinbetriebnahme durchgeführt wird. Dieser Alarm weist darauf hin, dass ein Aus- und Einschalten der Steuerplatine zwingend erforderlich ist, um die neue Wechselrichtertyp-Konfiguration zu validieren und anzuwenden.
LINE CONV
Es wurde ein Fehler am Netzseitenumrichter festgestellt. Spezifische Details zu diesem Fehler sind typischerweise im dedizierten Handbuch des Netzseitenumrichters dokumentiert.
NO MOT DATA
Motordaten, die vom Umrichter benötigt werden, fehlen entweder, oder die konfigurierten Motordaten entsprechen nicht den Anforderungen des Umrichters. Dieser Fehler ist mit Bit 1 von Fault Word 2 (3.06 FW 2) verknüpft.
MOTOR PHASE
Eine der Motorphasen ist ausgefallen, was auf einen Fehler im Motor, im Motorkabel, in einem externen Thermorelais (falls verwendet) oder auf einen internen Umrichterfehler hindeutet. Dieser Fehler ist mit Bit 15 von Fault Word 2 (3.06 FW 2) verbunden und kann über Fault Function 30.16 konfiguriert werden.
DC Bus High Rush
Die Versorgungsspannung des Antriebs ist überhöht und überschreitet 124% der Nennspannungsbewertung des Geräts (z.B. >415V, >500V oder >690V). Dieser Überspannungszustand verursacht einen schnellen Anstieg der Motordrehzahl, der schnell ein Auslöseniveau von 40% der Nenndrehzahl erreicht, was auf einen potenziell gefährlichen Stromversorgungszustand hinweist.
Choke Übertemperatur
Der Ausgangsfilter (Choke) des Antriebs weist eine übermäßige Temperatur auf. Diese Überwachungsfunktion wird typischerweise in Hochsetzstellern (step-up drives) verwendet und weist auf eine potenzielle Überhitzung aufgrund eingeschränkter Luftzirkulation, eines defekten Filterlüfters oder hoher Umgebungstemperaturen hin, was zu Schäden an den Filterkomponenten führen kann.
Lüfter-Übertemperatur
Der Ausgangsfilterlüfter des Antriebs weist eine übermäßige Temperatur auf. Diese Überwachung ist bei step-up drives aktiv und weist auf eine potenzielle Überhitzung hin, wenn der Luftstrom eingeschränkt ist, der Lüfter defekt ist oder die Umgebungstemperaturen zu hoch sind, was Schäden am Filter oder Antrieb zur Folge haben kann.
Motordrehmomentgrenze
Der Antrieb begrenzt aktiv das Motordrehmoment basierend auf dem berechneten Motorkippmoment-Grenzwert und den minimalen/maximalen Drehmomentgrenzen, die durch die Parameter 20.13 (MIN TORQ SEL) und 20.14 (MAX TORQ SEL) definiert sind. Dies ist ein informativer Alarm (programmierbare Fehlerfunktion 30.23, Bit 3: MOT_TORQ_LIM_IND), der anzeigt, dass der Antrieb an seinen konfigurierten Drehmomentgrenzen arbeitet.
Motor Power Limit
Der Umrichter begrenzt aktiv die Motorleistung gemäß den durch Parameter 20.11 (P MOTORING LIM) für den Motorbetrieb und 20.12 (P GENERATING LIM) für den Generatorbetrieb definierten Grenzen. Dies ist ein informativer Alarm (programmierbare Fault Function 30.23, Bit 4: MOT_POW_LIM_IND), der anzeigt, dass der Umrichter an seinen konfigurierten Leistungsgrenzen arbeitet.
MOD BOARD T
Eine Übertemperatur wurde auf der AINT-Platine des Wechselrichtermoduls festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass die interne Temperatur der Platine ihren sicheren Betriebsgrenzwert überschritten hat.
MOD CHOKE T
Ein Übertemperaturzustand wurde im Choke eines flüssigkeitsgekühlten R8i Invertermoduls festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass die Temperatur des Chokes seinen sicheren Betriebsschwellenwert überschritten hat.
Zeigerfehler
Ein Quellenwahl- (Zeiger-) Parameter in der Konfiguration des Antriebs verweist auf einen nicht existenten Parameterindex. Dies deutet auf eine ungültige Parameterkonfiguration hin, die zu unerwartetem Antriebsverhalten oder einer fehlerhaften Signalwegführung führen kann.